Kapitel 1: "Das alte Dorf" aus dem Buch "Rahlstedt an der Rahlau" von Annemarie Lutz

Altrahlstedt um die Jahrhundertwende
Das alte Dorf


Die ländliche Siedlung Altrahlstedt mit Gehöften, Dorfgewerbe, Mühlenteich und Wassermühle liegt unmittelbar an der Dorfstraße, die später Hauptstraße, dann Wandsbeker- und auch Lübecker-, heute Rahlstedter Straße heißt. Die älteste Urkunde aus dem Jahre 1248, in der Rahlstedt zum ersten Mal erwähnt wird, nennt auch den Namen "Radolfus de Radolvestede". Daher wird vermutet, da dieser Radolf der Gründer des Ortes sei. Nach Ergebnissen der Ortsnamensforschung fallen Gründungen von Ortschaften mit -stedt in das 1. Jahrtausend nach der Zeitenwende. Auch die auf der Rahlstedter Feldmark gefundenen Reste sächsischer Urnenfriedhöfe verweisen auf eine Gründung im 5. Jahrhunderte n. Chr. Weder das Entstehungsjahr des Dorfes noch das der Altrahlstedter Kirche ist nachweisbar. Auf jeden Fall ist Altrahlstedt nach neueren Forschungsergebnissen zu den ältesten Dörfern im Osten Hamburgs zu zählen. Das Gotteshaus ist bestimmt älteren Datums: "Eine vor dem heutigen (Kirch)Bau liegende mutmaßliche Kapelle darf wohl nicht allzuweit in das 12. Jahrhundert zurückverlegt werden." (Bohnsack, 1964). Schon im Jahre 1621 hat Altrahlstedt auch eine Kirchspielschule.

Blick in die Bahnhofstraße um die Jahrhundertwende
Altrahlstedter Gehöft
Altrahlstedter Kirche
Buck'sche Kate
Schröder'sche Kate
Mühle und Mühlteich

Blick in die Bahnhofstraße um die Jahrhundertwende

Diese alten Fotografien gewähren einen Blick in die alte Bahnhofstraße. Man kann erkennen, dass damals noch die alten Villen den Straßencharakter ausmachten. Die beiden Aufnahmen zeigen:

  • Die Häuserzeile aus dem Jahr 1906 bietet einen Blick auf die linke Straßenseite - vom Bahnhof aus betrachtet - mit folgenden Gebäude: das erste Haus ist der Laden Colonialwaren & Delikatessen von August Meier, das zweite Haus ist der Laden von dem Schuhhändler Ernst Rolfs, das dritte ist das Kaiserliche Postamt, das noch bis 1976 als Postamt diente.
  • Zu sehen ist der Laden Colonialwaren & Delikatessen von August Meier aus dem Jahr 1915. Der Kasten am Eingang neben der Frau ist ein Automat zum Erwerb von Postkarten.

 

Bahnhofstrasse
oben: Die linke Straßenseite - vom Bahnhof aus betrachtet
Post
Colonialwaren & Delikatessen von August Meier
Fotos aus der Sammlung des Bürgervereins Rahlstedt
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Altrahlstedter Gehöft

Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 1905 und zeigt, wie ländlich Alt-Rahlstedt in verschiedenen Ortsteilen geprägt war. Leider ist es uns bisher nicht gelungen, herauszufinden, um welchen Hof es sich handelt. Wenn Sie Kenntnisse haben, wo der Hof stand oder wer die Besitzer waren, sind wir an Ihrem Wissen sehr interessiert. Bitte nehmen Sie mit uns über unsere bekannten Adressen Kontakt auf. Danke für Ihr Interesse und Ihre Hilfe!

 

Hof
Altrahlstedter Gehöft
Foto aus der Sammlung des Bürgervereins Rahlstedt
oben

Altrahlstedter Kirche

Diese alte Aufnahme aus dem Jahr 1925 zeigt die Altrahlstedter Kirche, aber anders als wir sie heute kennen. Es fehlen die große Menge hoher Bäume und vor allem die geparkten Autos. Links ist die Säule des Kriegerdenkmals 1870/1871 zu erkennen.

 

Kirche
Altrahlstedter Kirche von 1925 noch mit Kriegerdenkmal
Postkarte aus der Sammlung des Bürgervereins Rahlstedt
oben

Blick auf die Buck'sche Kate des Buck'schen Gehöfts

Auf beiden Fotos erkennt man die Abzweigung von der heutigen Rahlstedter Straße in die heutige Rahlstedter Bahnhofstraße. Die Bezeichnung auf dem ersten Foto "Lübecker Straßer" ist unrichtig. Die heutige Rahlstedter Straße hatte richtiger Weise zwei Namen. In Richtung Lübeck hieß sie Lübecker Straße - in die andere Richtung Wandsbeker Straße. Der Name änderte sich in Höhe der Wilhelm-Grimm-Straße. Die beiden Aufnahmen zeigen:

  • Die erste Aufnahme stammt aus dem Jahr 1935. Sie können die späte Entstehung auch daran erkennen, dass bereits der Name "Rahlstedt" statt "Altrahlstedt" Verwendung findet. Der Blick richtet sich Richtung Lübeck. Links ist die Abzweigung in die heutige Rahlstedter Bahnhofstraße zu sehen. Die Kate, die zum Buck'schen Gehöft gehörte, wurde im Krieg durch einen Bombentreffer zerstört und nicht wieder errichtet.
  • Die zweite Aufnahme stammt aus dem Jahr 1915. Der Blick weist in Richtung Wandsbek. Rechts hinter der Kate ist die Abzweigung in die heutige Rahlstedter Bahnhofstraße zu sehen.
Lübecker Strasse
oben: Abzweigung von der heutigen Rahlstedter Straße in die heutige Rahlstedter Bahnhofstraße
Kate
Buck'sche Kate in der heutigen Rahlstedter Straße, Sicht Richtung Wandsbek
Fotos aus der Sammlung des Bürgervereins Rahlstedt
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Schröder'sche Kate am Katzenstieg

Das Jahr dieser Aufnahme ist unbekannt. Sie zeigt die Schröder'sche Kate, die zum Schröder'schen Hof gehörte. Der Hof lag da, wo sich heute die Schwimmhalle befindet. Die Ortsbezeichnung "Hamburg-Rahlstedt" weist auf die Zeit nach 1936 (Rahlstedt wurde Hamburgisch) hin.

Schroedersche Kate
Schröder'sche Kate
Foto aus der Sammlung des Bürgervereins Rahlstedt
oben

Mühle und Mühlteich

Die Mühle in der Bahnhofstraße besteht seit einigen Jahrhunderten. 1904 erwarb Edmund Hintze die alte Mühle einschließlich Staurecht und Mühlengelände. 1927/28 beschloss die Gemeindevertretung von Altrahlstedt den Erwerb des ca. 9000 qm großen Mühlengeländes für 8000 Mark. Für das Staurecht erhielt Herr Hintze eine Abfindung von 25000 Mark. Die beiden Aufnahmen zeigen:

  • Die erste Aufnahme ist eine Postkarte aus dem Jahr 1914. Sie zeigt die Bahnhofstraße mit der Mühle
  • Die zweite Aufnahme ist ebenfalls eine Postkarte. Sie stammt aus dem Jahr 1903. Sie zeigt deutlich, wie groß der Teich einst gewesen ist. In der Bahnhofstraße gab es den Gasthof Hup, bei dem Boote für Ruderpartien auf dem Teich gemietet werden konnten.
Muehle
Mühle
Muehlteich
Mühlteich
Muehlteich
Links unten ist der Mühlteich mit der Mühle - das Haus rechts steht an der Bahnhofstraße;
rechts oben sieht man das Gasthaus "Alt-Rahlstedter Park" (Besitzer: Hup)
heute steht hier ein jugoslawisches Restaurant;
rechts oben ist der "Biergarten" des Gasthofs - einer der größten in der Umgebung von Hamburg.
Fotos aus der Sammlung des Bürgervereins Rahlstedt
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Letzte Aktualisierung: 24.07.2011